Pressestimmen Gospelchor

Ansteckende Lebensfreude der Sänger
Von unserer Mitarbeiterin Maria Herlo

Brühl. Heiter, beschwingt, vergnüglich - was am Samstagabend in der St.-Michael-Kirche dargeboten wurde, war ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse. Sicher niemand  im voll besetzten Gotteshaus bereute es, gekommen zu sein, obwohl die drückende Hitze sowohl den Chormitgliedern als auch dem Publikum den Schweiß auf die Haut trieb. Das hielten die Chöre jedoch nicht davon ab, dem Publikum noch mehr einzuheizen. Denn das Konzert sollte einen Glanzpunkt im Jubiläumsjahr der evangelischen Kirchengemeinde Brühl darstellen.
Dass es tatsächlich zu einem Höhepunkt in der Geschichte der beiden Chöre, dem Brühler Ensemble "inTakt" und dem Gospelchor der Kantorei  Schwetzingen, geriet, war spätestens an der Reaktion des Publikums  auszumachen: Es ließ sich von der Ausstrahlung und Lebensfreude der  Sänger anstecken, so dass es immer wieder mitwippte, mitsang und  mitklatschte.
Zudem begrüßte es erkennbar die stilistische Breite des Repertoires: Pop, Rock, Musicalarien, Spiritual und Gospels fanden mit Piano-, Drums-, Gitarren-, Saxofon- und Bassbegleitung aufs Schönste zusammen. Und als gelte es, die musikalische Flexibilität szenisch zu  unterstreichen, glänzten die Damen und Herren beider Ensembles  wiederholt in leichtfüßigen Choreographien.
Bereits im ersten Teil, den der Chor "inTakt" bestritt, war zu erkennen: Dies ist kein Ensemble, dessen Mitglieder nur passiv vor sich hin  singen. Verstärkt mit Gastsängern stellte er sich als eine von Vitalität strotzende Formation dar, deren Leiter Stefan Groß alle forderte.
Locker standen die Mitglieder des Chors in schwarzer Kleidung da,  geschmückt mit bunten Stoffblumen, und hießen mit dem Song "Sei hier Gast" alle willkommen. Für den Auftritt hatte der Dirigent ein beschwingtes Programm zusammengestellt, in dem auch langsamere Lieder  wie "Friends" oder "California Dreamin'" nicht fehlten.
Der  Gesang wies feine dynamische Schattierungen auf, mal zart, mal  volltönend, aber auch maximale Tonreinheit, nicht zuletzt in den brillanten Soloeinlagen von Anne Roser, Sopran, und Duy Trinh, Tenor.  Informativ, witzig und charmant führte Dorothee Krieger durchs Programm. Ein Hauch von Wehmut herrschte bei diesem vorerst letzten von Stefan  Groß dirigierten Konzert vor.
Ein  Gefühl, dem Sprecherin Krieger im Namen aller Ausdruck verlieh: "Nach fast sechsjähriger Zusammenarbeit, während der wir viel gelernt und viel Spaß gehabt haben, fällt der Abschied von unserem Dirigenten nicht leicht." Sie übergab ihm ein Geschenk und gute Gedanken mit auf dem Weg in die Zukunft.
Unterstützt von großartigen Solisten wie Lis Birk, Beate Günther, Gaby Schneider und Robert Weiß gestaltete der Gospelchor Schwetzingen den  zweiten Teil des Konzerts, nachdem sich alle in der Pause mit kühlen  Getränken erfrischt hatten. Feierlich, ganz in Schwarz gekleidet mit bunten Tüchern um den Hals, gelangen auch diesem Chor unter der Leitung  von Detlev Helmer dynamisch sehr nuanciert gestaltete Passagen mit Songs wie "Get together", "On the cross of Calvary" oder "Praising Song".
Die  Dichte der klanglichen Präsenz war für einen Laienchor bemerkenswert. Helmer vermittelte mit jeder Faser seines Körpers dem Chor eine  mitreißende Energie. Seine fröhliche Laune und Heiterkeit wirkte  ansteckend und übertrug sich auch auf das Publikum. Begeistert sang es  beim Refrain mit und spendete langanhaltenden Applaus.
Dass er aber natürlich auch die feinen Zwischentöne beherrscht, zeigte sich  am "Ain't nobody". Hier gestaltete Gaby Schneider ihren Solopart mit besonderer Eindringlichkeit.
Zur  heiteren Stimmung und schwungvollem Rhythmus trugen wesentlich auch jene Musiker bei, die zur Begleitband gehören und von den Chorleitern  entsprechend gewürdigt wurden: Markus Groß und Uwe Dittes fanden am Schlagzeug immer das richtige Grundtempo, Simon Schallwig und Martin  Reisinger gaben ein extrem zuverlässiges Bassfundament, Heiko Sindel beherrschte seine Gitarre virtuos und Martin Schorb setzte mit seinem  Saxofon zusätzliche Glanzlichter, während Jens Uhlenhoff und Georg Oberst am Piano Brücken spannten zu den harmonischen Chorklängen.
Die  elektrisierende Wirkung verfehlte das Schlusslied nicht, mit dem beide  Chöre in die Sommernacht entließen: "Hallelujah" von Leonard Cohen. Die  Freude am Singen und Intensität der Darbietung erreichte damit ihren  Höhepunkt.

 © Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 30.07.2013

Damit das Leben kein Irrtum bleibt . . .
Gospelchor der evangelischen Kantorei brilliert beim Konzert in der Stadtkirche
Von unserer Mitarbeiterin Anette Zietsch

Licht aus, Spot an! Unter dem rhythmischen Klatschen des Publikums sowie den Hauptakteuren des Abends selbst marschierte der Schwetzinger Gospelchor in die evangelische Stadtkirche ein, die den Rahmen für das von den Sängerinnen und Sängern gestaltete Jubilee-Konzert zum zehnjährigen Chor-Bestehen bildete.
"Ich hoffe, Sie haben ein bisschen Zeit mitgebracht, um mit uns zu feiern", begrüßte Bezirkskantor Detlev Helmer das Publikum in den proppevollen Sitzreihen und auf der gut gefüllten Empore. Es sollten am Ende drei Stunden daraus werden, unterbrochen lediglich von zwei kurzen Pausen, um die Türen zu öffnen und frische Luft in das Gotteshaus zu lassen.
Kraftvoll und engagiert versteht es Dirigent und Leiter Helmer immer wieder aufs Neue, mit seiner mitreißenden Art "seine" Musiker anzustecken, die ihrerseits die Stimmung auf die Zuhörer übertragen, so dass der berühmte Funke schon mit den ersten Takten überspringt. "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." Mit diesem Zitat von Friedrich Nietzsche begrüßt die evangelische Kantorei Schwetzingen, zu der auch der Gospelchor gehört, die Besucher auf ihrer Homepage. Und genau dieses Motto vermitteln die mehr als 50 Akteure bei jedem ihrer Konzerte.
Auch am Samstag verstanden es die musikbegeisterten Damen und Herren meisterhaft, ihre Geburtstagsgäste mit der kompletten Bandbreite ihres großen Repertoires zu erfreuen. Ein Querschnitt aus dem vergangenen Jahrzehnt ihres Schaffens zog noch einmal am Publikum vorbei. Im ersten Teil der Veranstaltung brachte der Chor mit bekannten Titeln wie "Oh Happy Day" oder "What a Wonderful World" die Besucher zum Mitsingen, aber auch nachdenkliche Spirituals wie "Go down, Moses" oder "Stan' Still, Jordan" zu Gehör. Immer wieder brillierten die Chorsolisten Lis Birk, Barbara Funk, die Brüder Robbie und Benjamin Hertlein, Gaby Schneider, Robert Weiß und Rosella Widder mit ihren berührenden Stimmen. Sie wussten ebenso wie die ihnen in nichts nachstehenden Gastsolisten Josefa Kreimes, Barbara Dyroff-Siegmund, Dominik Steegmüller und Michael Jäck, "die uns seit vielen Jahren immer wieder mit ihrer Musikalität anstecken" (Helmer), die Zuhörer zu begeistern.
Begleitet wurde der Chor die meiste Zeit von einer sechsköpfigen Band, ein Block mit afrikanischen Liedern wurde von der Trommelgruppe "Covajé" unter der Leitung von Rolf Lautenbach bestritten, die mit ihren Percussion-Klängen ebenfalls immer wieder die Auftritte der Gospelgruppe bereichert. Das vielköpfige Team wurde komplettiert durch Roger Roller und Uwe Sommerfeld, die mit ihren Licht- und Ton-Effekten eine stimmungsvolle Atmosphäre in den Kirchenraum zauberten.
Den Grundstock für die Entstehung der Musikgruppe legten vor zehn Jahren übrigens die Erzieherinnen eines Kindergartens, die Detlev Helmer damals um instrumentale Begleitung des Hits "I will follow him" bei einem Sommerfest baten - die Geburtsstunde des Gospelchors. Spaß am Singen und Freude an der Gospelmusik waren der Grund, warum sich der Chor 1996 gebildet hat. Diese Idee haben die Sänger bis heute beibehalten. Davon zeugte eine weitere Runde mit traditionellen Gospels, die exzellent interpretiert auf eindrucksvolle Art und Weise das große Leid der afro-amerikanischen Bevölkerung beschreiben, "das wir gar nicht nachvollziehen können. Aber auch wir kennen das Auf und Ab zwischen fröhlichen, unbeschwerten und dunklen, leidvollen Tagen im Leben", versuchte Detlev Helmer gewisse Parallelen zum besseren Verständnis und Einfühlungsvermögen zu ziehen.
Schlusspunkt eines wieder einmal bemerkenswerten Gospelchor-Konzerts der Schwetzinger bildeten Songs, die ganz neu im Programm der Gruppe sind. Laute Beifallsrufe und das Trommeln von Füßen auf dem ehrwürdigen Boden der evangelischen Stadtkirche im Anschluss bedeuteten das Signal für Detlev Helmer und seine Sänger, noch einige Zugaben zum Besten zu geben. Außerdem versprach der Bezirkskantor am 21. Juli 2007 eine Gospelnacht im Lutherhaus mit vielen Chören der Region.
Schwetzinger Zeitung
30. Oktober 2006

Wenn Stimmen das Dunkel der Nacht vertreiben . . .
Gospelmesse in der Stadtkirche erntet triumphalen Erfolg
Von unserer Mitarbeiterin Sibylle M. Derr

In die dunkelste Zeit des Jahres hinein, wenn sich die Nacht wie ein langer Schatten ausbreitet, haben zwei Chöre unzählige Lichtpunkte wie funkelnde Sterne am Himmel verbunden und jenen Weg aus der Finsternis bereitet, der mit Freude im Herzen gepflastert ist. "From the darkness to the light", wie sie ihre Koproduktion in der Evangelischen Stadtkirche titelten, ließ die Menschen für ein bis zwei Stunden die Welt draußen vor der Tür vergessen und in Gospels aufgehen, wie es nur an seltenen Tagen im Jahr beschert ist. Die Rainbow-Singers aus Wiesloch und der Gospelchor Schwetzingen übergaben ihr Geschenk aus 70 Kehlen an ein dankbares Publikum, das die Gospelmesse mit eifrigem Singen, Klatschen oder Bravo-Rufen begleitete.
Auch dramaturgisch war an dem choralen Glanzlicht gefeilt worden, denn der Gottesraum war zunächst in vollkommene Dunkelheit gesenkt und dann, unter der Regie von Tobias Disch, abwechselnd in grünes und rotes Licht getaucht worden. Dominik Steegmüller, der schon eine Kostprobe seines hingebungsvollen Gesanges bei der "Ode an die Liebe" vor knapp einem Monat gegeben hatte, war bei seinem ersten Solopart "In your presence" von der Stimmgewalt der 70 gleichzeitig einsetzenden Kehlen gleichsam an die Wand gesungen worden. Seine Partnerin vom "Liebeskonzert", Barbara Dyroff-Siegmund, hatte es bei "Help me Lord" leichter, denn bei ihr hielt sich der Chor zurück, bis sie ihre Solopartie gesungen hatte.
Dennoch sollte es wieder ein atemberaubendes Konzert für den blutjungen Sänger werden, der den Erlös seiner nach der Vorstellung angebotenen CD einer Fachkinderklinik in Neckargemünd komplett spendet. Steegmüller, der das Amerikanisch seiner Partien wie seine Muttersprache beherrscht und dessen Gesten von den schwarzen Gospelsängern aus Harlem zwar abgeschaut, aber dennoch dem eigenen Wesen entspringen, vollführte Pirouetten, sprang auf das Dirigentenpult und von dort in den Chorraum zurück, ohne auch nur eine Spur lächerlich oder maskenhaft zu wirken. Ihm sind die Gospels quasi auf den Leib geschneidert. Ja, es war ein Erlebnis, ihn so singen und wirken zu sehen, wofür ihm sein Publikum frenetischen Applaus zollte.
Zwischen den Gospels glaubte man die gutturale Stimme eines Radiosprechers zu vernehmen. Doch es stellte sich heraus, dass diese dem evangelischen Pfarrer aus Wiesloch, Gerhard Engelsberger, gehört, der eigene Texte zu Licht und Finsternis vortrug und dem man stundenlang hätte zuhören können. Er sprach von den Ängsten, die den Menschen in der Dunkelheit befallen, den Albträumen in der Nacht. Dem Gefährdeten "sendet Gott einen Lichtpunkt, etwa den Morgenstern". Und er sprach auch von dem Licht, das sich in die Herzen pflanzt, bis der Mensch von innen zu leuchten beginnt.
Die Dunkelheit durch das Licht zu vertreiben, war indessen nicht die Aufgabe der Solisten alleine, sondern vor allem der beiden Chöre, die abwechselnd von Detlef Helmer (Leitung Gospelchor) und Christian W. Schäfer (Leitung Rainbow Singers) gebändigt wurden. Vollkommen unterschiedlich im Temperament ergänzten sich die Chorleiter glänzend, denn wo der eine Pfeffer streute, mäßigte der andere mit einer Brise Salz. Den Sängern schien die Portion im Doppelpack zu munden. So öffneten sie weit ihre Münder und bewegten rhythmisch zur Musik der sechsköpfigen Band, die mit einigen herrlichen Saxophonpartien, heller Trompete, exaktem Piano, wunderbaren Bass- und Gitarreklängen sowie Drums den Kirchenraum erschallen ließen. Einige Solopartien waren Chormitgliedern vorbehalten, darunter Gabriele Schneider und Rosella Widder vom Gospelchor Schwetzingen.
Eine Steigerung der Stimmung zum Ende des Konzerts war abzusehen, es wurde mitgesungen, geklatscht und aus purer Begeisterung mit den Füßen getrampelt. Zwei Zugaben, zuletzt "Yoyfull Voices" waren der Tribut an das proppevolle Haus.

Schwetzinger Zeitung, 21. November 2005


Stimmen für eine Welt ohne Gewalt
Gospelchor Schwetzingen mit Band füllt die Stadtkirche/
Afro-Sound der Trommelgruppe Covaje

Ausverkauft, nur noch Stehplätze! So hätten es wohl alle Pfarrer auf der Welt gerne, wenn die frohe Botschaft verkündet wird. Die Stadtkirche in Schwetzingen platzte schier, als zum Gospelkonzert des über 45 Sänger starken Chores mit seinem musikalischen Mentor, Bezirkskantor Detlev Helmer, ein toller Event der frohen Lieder und Sounds abging. Der Kirchenraum war profihaft ausgeleuchtet, der Sound-Check vorbei und die Instrumente der Begleitband standen aufgebaut neben dem Altarraum. Um 18.07 Uhr klatschten die ersten ungeduldigen Gäste zum Start der Schwetzinger Gospelnight. Dann kamen sie herein und füllten erst einmal den Altarraum, dann mit herrlichen Stimmen in professionellen Arrangements die Luft der Stadtkirche, brachten alle Freiheit der Botschaften in die Mikros.
"Für eine Zeit ohne Sorgen um Atom-Tests, Hartz IV und Katastrophen auf der Welt möchten wir Sie mit frohen Liedern der Hoffnung einladen: Lassen Sie sich fallen in Gottes Zusagen, seinen Segen und die Gemeinschaft hier, er ist mitten unter uns!" Chorchef und Hausorganist Helmer ließ keinen Zweifel am Ziel der Melodien, Texte und Rhythmen an diesem Abend.
"Joyful Voices", die fröhlichen Stimmen, setzten das Motto des Lebens kräftig in den Raum der Erwartungen, von Trompete (Ralf Krumm), Saxophon (Martin Schorb), Piano (Georg Oberst), Gitarre (Heiko Sindel), Bass (Martin Behringer) und Drums (Uwe Dittes) einfühlsam in teils vorgezogenen Jazzphrasierungen hinterlegt, mit einem swingenden Mantel umhüllt.
Schon nach den ersten Chorussen kam das Gotteshaus in satte Schwingungen, die Empore ächzte. Mit Josefa Kreimes (Sopranistin mit besten Erfahrungen hier), Barbara Dyroff, Dominik Steegmüller und Michael Jäck hatte Helmer zu den Solostimmen des Chores für Konzertauftritte noch attraktive Verstärkung gesetzt, der Gospel-Chor lebt nun einmal durch die Frage-Antwort-Sets von Solostimme und Chor. Der Dirigentenstock wurde heute von locker mitswingenden Armen, Mitklatschen im Two-Beat der Gospel-Gemeinde und fröhlichen Gesichtern ersetzt.
Für Geschichten aus den Wurzeln der Gospel-Songs hatte die Trommelgruppe "Covaje" mit Rolf Lautenbach das Percussions-Instrumentarium aus Afrika mitgebracht; die Tänze aus der Steppe ergänzten wirkungsvoll das Gesamtbild im Altarbereich. "Singa, Jesu, Singa" und ein heißer Samba holte Südamerika im 5/4tel-Takt schwungvoll herein, der Beifall war entsprechend temperiert.
Mit "For The Rest Of My Life", "Shine, Jesus, Shine" und Hits aus den Charts, "Three Times A Lady" ( Llionel Ritchy) flogen auch etwas weltlichere Klänge durchs Kirchenschiff. Doch die Aussage des Abends lautete ganz erfrischend: "With every Beat of my Heart": Mit jedem Herzschlag will ich den Herrn loben und ihm für die Hoffnung danken, die mein Leben frei macht.
Der musikalische Sonntagabend-Gottesdienst war ausverkauft, machte beste Werbung für die guten Nachrichten des Gospelchores Schwetzingen.

© Schwetzinger Zeitung - 22. Februar 2005, Carlo Weippert

 

 

Funke springt über: Musikerlebnis besonderer Art
Stimmung pur beim Gospelkonzert in der evangelischen Stadtkirche / Stehende Ovationen

Das war ein Erlebnis besonderer Art, das der Gospelchor der evangelischen Kantorei am Sonntag in der Stadtkirche bot. Nach einer einjährigen Vorbereitungsphase präsentierte der hervorragend eingestimmte Chor mit Solisten, Band und Trommelgruppe unter der Leitung von Bezirkskantor Detlev Helmer ein knapp zweistündiges Programm, bei dem der Stimmungsfunke vom ersten Lied an auf das Publikum übersprang.
Das Publikum war in Scharen gekommen: die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Aussagen des Chorleiters und der VVK-Stellen war die Nachfrage so groß, dass man dieses “Heimspiel” zweimal hätte geben können.
In fünf Abschnitte war das Programm gegliedert. Den Rahmen bildeten zwei Gospel- und Spiritual-Teile, zwei Blöcke mit afrikanischer Musik umgaben den Mittelteil mit Liedern aus dem Pop- und Jazz-Bereich.
Eine schöne Idee war es, zum ruhigen Beginn des Eingangsliedes “This little light of mine” mit Kerzen einzuziehen. Doch kaum leitete die ausgezeichnete Band mit Uwe Dittes am Schlagzeug und Georg Oberst am Keyboard in den schnellen Teil über, wippten Körper mit und wurde mitgeklatscht. Hier und im folgenden Lied “Jesus be a fence” gab es ein gutes Wechselspiel zwischen Chor, Chorsolisten (Rosella Widder und Beate Hecker) und den Bläsern (Ralf Krumm, Trompete und Martin Schorb, Saxophon). Als aber bei “Help me stand” und “Sometimes I feel like a motherless child” der Solo-Sänger Dominik Steegmüller loslegte, gab es staunende Ohren und Augen.
Steegmüller ist ein stimmliches Ausnahmetalent, der es versteht, alle Zuhörer mit seinen improvisatorischen Gesangskünsten und seiner Bewegung mitzureißen. Das Engagement für dieses Konzert erwies sich als ausgesprochener Glücksfall und motivierte die Aktiven zusätzlich.
Ebenfalls als Glücksgriff erwies sich die zweite Solistin Barbara Dyroff. Mit ihrer einfühlsamen Altstimme gab sie den Liedern “Help me, Lord” und “The greatest love of all” ein Gänsehaut-Feeling, das auch vom Publikum mit viel Applaus honoriert wurde.
Der Gliederung des Programms und den Musizierenden war es zu verdanken, dass zu keiner Zeit Langeweile aufkam. Ein Highlight wechselte sich mit dem nächsten ab, und als die Trommelgruppe “Covajé” mit ihren afrikanischen Rhythmen begann, konnte sich, niemand diesem Klang und Pulsieren entziehen. Vier afrikanische Lieder des Chores waren eingebettet in vier aufregende Solostücke der Gruppe unter ihrem Leiter und Ideengeber Rolf Lautenbach.
Im eher ruhigen Mittelteil überzeugter die Solisten B. Dyroff und B. Hecker im Duett und Michael Layer in ,,What a wonderful world". Ein Höhepunkt dieses Teiles war aber sicherlich der Clapton-Blues ,,Change the world" mit D. Steegmüller. In unnachahmlicher, aber nie affektierter Manier, zog er das Publikum in seinen Bann, sang und tanzte “seine” Musik.
Die Band - die beiden Gitarristen Heiko Sindel und Martin Reisinger, die zum sehr guten Band-Sound beitrugen, seien der Vollständigkeit halber hier erwähnt - und sogar die Trommelgruppe ließen sich anstecken und ergänzten sich bestens.
Nach zwei langsamen Liedern ging im letzten Teil dann aber noch einmal “die Post ab”. “Goin up”, “The great gettin' up morning” und dem Konzerttitel-Lied “Shine, Jesus, shine” verliehen alle Aktiven so viel Power, Begeisterung und Schwung, dass es minutenlange Standing Ovations der knapp 400 Zuhörer gab.
Einen gehörigen Anteil daran hatte auch das Tonstudio Roger Roller für die ausgezeichnete Abmischung. Die erste Zugabe trugen die Gesangssolisten vor: “The Rose” in einer Terzett-Fassung, danach noch einmal der Ohrwurm “Shine, Jesus, shine”. Ein Riesenkompliment an alle Mitwirkenden für eine tolle Stimmung.
So wird der Chor beim nächsten Programm nicht um ein Zusatzkonzert herumkommen, wenn man nicht in einen größeren Raum wechseln will.         zg
Schwetzinger Zeitung , 13.11.03

 

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