Zum 20-jährigen Jubiläum

20 Jahre Schwetzinger Gospelchor. Da gibt es ein Gedicht.
Bei einem runden Geburtstag ist das nun mal einfach Pflicht!

Was ist uns wichtig? Ohne Frage,
jahrein, jahraus die Donnerstage.

Hat man sich auch  -tagsüber-  noch so sehr geplagt,
abends ist -unbedingt-  Chorprobe angesagt.

Also strömen wir, wie magisch angezogen, herbei aus nah und fern.
Ob Sommer, ob Winter, ob Regen, ob Schnee, kommen wir doch gar zu gern.

Fröhliche Begrüßung! Lebhaft wird das Neueste besprochen.
Man könnte fast denken, wir sehen uns nur alle paar Wochen.

Bis endlich Detlev sich Gehör verschafft, und die Gymnastik beginnt.
Damit uns von den eineinhalb Stunden nicht noch die Hälfte verrinnt.

Und schon geht es los. Mit Laufen, hoch auf Zehenspitzen, in die Knie.
Arme lang zur Decke strecken, wieder fallen lassen.  Aber wie!

Wir verdreh´n den Hals, die Schultern, und noch mehr die Augen.
`S nicht so einfach, wie es aussieht. Ihr könnt mir´s glauben.

Massage gegenseitig, klopfen auf den Bauch, die Brust, den Po.
Wenn ich Euch sage wo geklopft wird, meine ich nicht irgendwo!

Das Einsingen wird nicht vergessen, mit  f,  s,  sch und dwidap
Passt schön auf, macht fleißig alle mit. Und nicht am Anfang schon schlapp!

Denkt daran, die Töne kommen, einfach, leicht und locker aus dem Bauch.
Beim einen oder anderen kommen sie halt nicht. Das gibt´s auch!

Doch dann dürfen wir uns setzen, suchen verzweifelt unsere Noten.
´S wird also erst einmal gesungen. Und das Reden? Ist verboten!!!

Was singen wir den eigentlich, was hat er gesagt?
Verstört und irritiert jeder seinen Nachbarn oder Vordermann fragt.

Würdet Ihr Euch auf Euren Chorleiter konzentrieren,
zuhören was er sagt, würde das nicht passieren.

Wir fangen an zu singen, sind natürlich voll und ganz dabei.
Alle schmettern, was das Zeug hält. Fühlen uns ganz leicht und frei.

Dabei lassen wir alles fallen, lassen uns völlig gehen.
Können nicht versteh´n, dass Detlevs Haare plötzlich senkrecht stehen.

Vor lauter Begeisterung vergessen wir das Schnaufen.
Merken fast zu spät, wie wir allmählich blau anlaufen.

Wir tönen laut, oft wie verrückt
hingebungsvoll und ganz verzückt.

Ist sicher auch kein falscher Ton, was macht das schon?

Wir singen tief, wir singen hell.
Wir singen langsam, singen schnell.
Wir singen falsch, wir singen richtig.
Wir singen! Und nur das ist wichtig!

Wir singen nicht nur english, etwas deutsch, manchmal sogar spanisch.
Und  -man höre und staune- afrikanischer als afrikanisch!

Selbstverständlich gibt´s mit uns auch kaum mal Ärger, wir sind friedlich,pflegeleicht, hoch belastbar.
Leut´ vom Fach die alles meistern, immer wieder motiviert, anspruchslos. Und always dankbar.

Doch fällt´s uns schwer, den Mund zu halten. Probt der Sopran, schwätzt der Alt.
Ist dieser dann mit Singen d´ran, schwätzt der Sopran. So ist das halt.

Ich bitt´ Euch, heut´ mal nicht zu reden, tut mir den Gefallen.
Er fleht er bittet und er droht. Doch er dringt nicht durch zu allen.

Könntet Ihr nur einmal still sein, bloß achten auf meine Zeichen.
Seine verzweifelten Appelle könnten einen Stein erweichen.

Wenn er dann grimmig, furchterregend schaut,
hört man von uns auch nicht den kleinsten Laut.

Wir sitzen da, wie das Kaninchen vor der Schlange,
denn jetzt wird´s uns doch allmählich angst und bange.

Aber diese Ruhe hält nicht lange vor.
Und schon wieder schnattert es im ganzen Chor.

Wir geben unser Bestes. Ist´s für ihn auch sicher oftmals nicht zum Lachen.
Weiß er aber -denke ich-  wir wollen uns´re Sache nicht nur gut, sondern mehr als das machen.

Ist die Probe dann zu Ende, unwiderstehlich lockt die Alte Pfalz.
Schließlich hat man nach so viel Gesang einen ziemlich trockenen Hals.

Zu den Workshops gehen wir gar zu gerne,
sind sie auch in allerfernster Ferne.

Ob Konfirmation, ob Gottesdienst, der Gospelchor ist stets zur Stell´
Wir singen wie die Nachtigallen. Uns vergißt man nicht so schnell.

Auf Hochzeiten sind wir spezialisiert, da kommen wir ganz groß raus.
Da geben wir alles, was wir können. Und wir ernten viel Applaus.

Vergessen wir nicht unsere Solisten, sie sind das Tüpfelchen auf dem i.
Wir sollten sie hegen und pflegen, was wäre der Chor wohl ohne sie?

Konzerte, absoluter Höhepunkt! Was können wir da glänzen!
Sogar die sind plötzlich da, die wochenlang die Probe schwänzen!

Gospel-Freizeit heißt das Zauberwort.
Wir sind dabei, egal an welchem Ort.

In dieser sogenannten Freizeit wir wenig freie Zeit verbringen.
Das hält so gut wie keinen von uns davon ab. Wir singen, singen, singen!

Mit unserem Chorleiter zogen wir das große Los!
Ist er mal nicht mehr für uns da, was machen wir da bloß?

Sein unermüdlicher Einsatz, sein Können, sein Humor,
seine grenzenlose Geduld, sein unbestechliches Ohr.

Ein hochbegabter Musiker, in allen Bereichen der Kantorei.
Lieber Detlev, ich hoffe, Du kannst mir den Musiker verzeih´n?

Wir können nur hoffen, Du bleibst uns noch lange erhalten.
Wer sollte wohl sonst unser Sängerleben gestalten?

Aus vollem Herzen lese ich -zu guter Letzt- Euch vor,
For the rest of my life, I will never forget the Gospelchor!

September 2016, Gisela Wörn

 

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